04.11.2010 in Cottbus
Stadtbild – Stadtraum

Prof. Dipl. Ing. Heinz Nagler
Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen, BTU Cottbus

Städtebau heißt gestalten im großen Maßstab. Zum Verstehen von Prozessen und Programmen muss immer die Fähigkeit zum Gestalten hinzutreten. Städte zu gestalten heißt Räume schaffen – genauer Zwischenräume. Von besonderem Interesse für den Entwerfer ist
hierbei die Ambivalenz zwischen der Auffassung vom fließenden Raum, und dem Raum als formal definiertem Behälter. Anhand aktueller städtischer Beispiele soll die schwierige Suche nach dem zeitgemäßen öffentlichen Raum illustriert werden.


Die Folien zum Vortrag können leider nicht zur Verfügung gestellt werden.

Diskussionsanstöße

Vorstellung und Diskussion von Städtebauprojekten

Im Vortrag „Stadtbild – Stadtraum“ stellte Prof. Nagler sein Leitbild einer „schönen Stadt“ vor, die er mit einer „Rekonstruktion“ und „Renaissance“ der Innenstadt in Verbindung brachte. Im folgenden wollen wir den Teilnehmenden der Online-Ringvorlesung die Gelegenheit geben, interessante Städtebauprojekte aus ihrer „Stadt“ mit einem Bild vorzustellen und diese unter unterschiedlichen Aspekten (z.B. Moderne trifft auf Alt, offen versus geschlossen) zu diskutieren und zu bewerten. Beteiligen Sie sich mit einem „Städtebauprojekt“ aus Ihrer Stadt!

Markus Marquard says
November 8, 2010 at 3:01 pm

Stadthaus Ulm: Alt trifft Jung
Mit dem Stadthaus Ulm setzte Richard Meier direkt neben dem spätgotischen Ulmer Münster eine moderne Stadtarchitektur als Kontrapunkt. Zwischen beiden Gebäuden besteht eine besondere Spannung zwischen Innovation und Tradition. Das zunächst in Ulm heftig diskutierte Stadthaus verleiht dem Ulmer Münsterplatz mit seiner weiß verputzten und makellos geometrischen, dreistöckigen Bauskulptur „Klarheit und Schönheit“. Mit der Diskussion um die „Neue Mitte“ wurde aber auch deutlich, dass es immer noch Ulmer/-innen gibt, die das moderne Konzept von Richard Meier nicht überzeugt.


Frank Luwe says
November 8, 2010 at 4:09 pm

Das Stadthaus Ulm ist eine großartig gelungene Kombination zur Gotik des Münsters und der Architektur der Moderne, dem Stadthaus von Richard Meier.
Auch die Neugestaltung der Stadtmitte als „Neue Mitte Ulm“ kann sich sehen lassen.
Ich habe mit der Foto-AG vom Gymnasium Blaubeuren eine Foto-Serie erstellt, siehe Homepage im Anhang.
http://picasaweb.google.com/fotoaggymnblb/NeueMitteUlm


Holger Minx says
November 9, 2010 at 4:43 pm

Als ich das erste Mal das Ulmer Stadthaus fertiggestellt sah, war ich skeptisch, ob dies eine gelungene städtebauliche Bereicherung für den Münsterplatz darstellt. Aber dann versuchte ich mit „Nachdenken“ nach zu vollziehen, warum dieses Gebäude modern und nicht in altem Stil passend zum Stadtbild errichtet wurde. Heute bin ich überzeugt, daß diese Architektur das einzig Richtige war. Es ist eine gelungene Symbiose von damaliger und heutiger Architektur. Beide Bauwerke – Ulmer Münster mit dem umgebenden Münsterplatz und Stadthaus – werden in Zukunft Zeugnis ablegen, über den jeweiligen Zeitgeist in der Architektur.


ROLF MUNZ says
November 11, 2010 at 9:18 am

Ich teile voll Ihre Überzeugung


Rita Daniel says
November 15, 2010 at 3:19 pm

Am Anfang war auch ich nicht begeistert von dem sogenannte Meierbau.
Aber alt und neu passt doch gut zusammen.
Außerdem hat jedes Jahrhundert seine eigene Bauweise.


Rita Daniel says
November 16, 2010 at 2:48 pm

Wenn ich an die Neue Mitte denke fällt mir gleich das darunterliegende Parkhaus ein. Ich bin noch nie gerne in Parkhäuser gefahren aber dieses Parkhaus hat alles was ich mag. Sehr übersichtlich, Platz für mein Auto, einfache Ein- und Ausfahrt. Im Ganzen sehr frauenfreundlich.
Auch deshalb gefällt mir die Neue-Mitte sehr gut aund passt wie ich finde wunderbar ins Stadtbild


Bischoff, Ursula says
November 17, 2010 at 11:02 am

Mir fällt an dem Bild von Frank Luwe – toll des Projekt mit den Blaubeurer Gymnasiasten! – abermals ins Auge, etwas, was man vielleicht mit dem Begriff „allerneueste Sachlichkeit“ bezeichnen könnte. Die moderne Architektur, gut gelungen als solche, verdrängt vieles von dem, was andere Städte mit Erfolg erhalten und gepflegt haben, einfach ausgedrückt eine Stadtmitte, die für den Menschen bestimmt war, seine Lebensform und seine Wünsche. „Kalte“ Bomben haben vieles willkürlich zerstört. Zum Glück für Ulm ist das Fischerviertel erhalten und renoviert worden. Jetzt kann es als Vorbild für Mitmenschlichkeit im weitesten Sinne dienen. Die alte, neue Mitte war auch mal so.


Markus Marquard says
November 11, 2010 at 8:54 am

Der nördliche Eingang in die Ulmer Innenstadt bekommt durch das Wengentor eine neue städtebauliche Erscheinung: 28,5 Meter hoch, entsteht der Neubau auf dem Parkplatz vor dem früheren Neutor-Hotel. (swp.de vom 10.11.2010). Das geplante Gebäude verdichtet den Raum unmittelbar an der historischen Stadtmauer und lädt damit nicht unbedingt zum Besuch der Innenstadt ein. Der Kommentar in der SWP stellt dazu die richtigen Fragen: Ist guter Städtebau die Triebfeder? Oder ist es die Aussicht, Geld mit einem lukrativen Baugrundstück zu machen? (Bildquelle: swp.de)


Bischoff, Ursula says
November 15, 2010 at 6:46 pm

In der Zeitung kann man zwar klein und unscheinbar, so doch eine wichtige Bemerkung lesen zum Projekt Wengentor. Da heißt es „wir haben inzwischen lauter Solitäre“ und trifft dabei genau auf den Punkt, den Professor Nagler in die Mitte seines Vortrags stellte. Gebäude wie das Wengentor und das Münster sollten den „Raum“ gestalten, der sie umgibt. Früher zog das Münster seine es umgebenden Mitbauten in seinen Bann und bestimmte die gemeinsame Dynamik. Das „neue“ Wengentor widersetzt sich dieser Sichtweise – wie man auf diesem Foto mühelos erkennen kann.


Holger Minx says
November 11, 2010 at 4:48 pm

Wir haben in Giengen seit 2005 das Steiff Museum, das in Giengen während des Baus und vor allem danach auch sehr kontrovers diskutiert wurde, vor allem wegen der Form des Museums, das an einen Knopf – dem Markenzeichen von Steiff erinnert – sowie wegen des Platzbedarfes für diesen Bau. Ich bin der Meinung, daß diese für mich äusserst gelungene Architektur und die großzügige Gestaltung des neuen Margarete Steiff Platzes das Städtebild von Giengen nachhaltig verschönert hat und alle Giengener auf dieses Museum stolz sein dürfen. Öffnet bitte nachstehenden Link oder kopiert ihn in das Adressfeld und schaut Euch das Museum an.
http://venyoo.de/veranstaltungsort/69172/steiff-museum-giengen-an-der-brenz


Holger Minx says
November 18, 2010 at 2:49 pm

Bereits 1903 plante Richard Steiff die neuen Fabrikgebäude aus Glas und Stahl. Zusammen mit seinem Bruder realisierte er den Jahren danach – bis 1908 – diese Fabrikgebäude, die für ihre Zeit bahnbrechende Architektur waren. Noch heute kommen Vertreter des Bauhausstils nach Giengen, um die heute unter Denkmalsschutz stehenden Gebäude zu besichtigen.
In Giengen nannte die Bevölkerung den ersten Glasbau „Jungfrauenpalast“ .