Mittwoch 24.06.2026
16:00 – 18:00 Uhr
Prof. Dr. Andrea Teti, Universität Vechta
Gesundheit und Teilhabe sind im höheren Lebensalter eng miteinander verknüpft: Gesundheitliche Ressourcen erleichtern soziale Einbindung, Mobilität und Mitwirkung – zugleich prägen Lebensbedingungen wie materielle Lage, Wohn- und Sozialraum, soziale Netzwerke sowie Zugang zu Unterstützung und Versorgung die Gesundheit bis ins hohe Alter. Der 9. Altersbericht der Bundesregierung rahmt dieses Zusammenspiel konsequent als Teilhabe-Frage und macht sichtbar, dass Teilhabechancen in Deutschland deutlich sozial ungleich verteilt sind – insbesondere dann, wenn mehrere Dimensionen sozialer Ungleichheit zusammenwirken.
Im Vortrag werden zentrale Befunde aus dem Bericht gebündelt: Welche Gruppen sind besonders von eingeschränkter Teilhabe und Gesundheitsrisiken betroffen? Welche Rolle spielen Armut, prekäre Wohnverhältnisse, chronische Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit, soziale Isolation und Einsamkeit? Und wie wirken sich Ageismus und Unterrepräsentation bestimmter Gruppen (z. B. ältere Menschen mit Behinderungen, mit Migrationsgeschichte, ältere LSBTI*) auf Teilhabe- und Versorgungschancen aus?
Aus den Empfehlungen werden Ansatzpunkte für Praxis und Politik abgeleitet: von der gezielten Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten über die Gestaltung teilhabeförderlicher Lebenswelten (Wohnen/Quartier/Kommunen) bis hin zur Verbesserung der Zugänge zu Prävention, Gesundheitsförderung und Versorgung – mit besonderem Fokus auf sozial benachteiligte und bislang unterrepräsentierte Gruppen.
Prof. Dr. Andrea Teti studierte von 1998 bis 2008 Soziologie im Doppeldiplomstudiengang der TU Dresden und der Università degli Studi di Trento (Italien). Von 2009 bis 2016 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Parallel dazu absolvierte er 2014 den Master of Public Health (MPH) an der Berlin School of Public Health (Charité) und erwarb 2015 das Berliner Zertifikat für Hochschullehre am Berliner Zentrum für Hochschullehre der TU Berlin.
2016 schloss er seine Promotion am Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin ab. Es folgte eine Postdoc-Position von 2016 bis 2017 am Robert Koch-Institut (Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring). Von 2017 bis 2023 war er Juniorprofessor an der Universität Vechta. Im Jahr 2023 erhielt er dort den Ruf auf die Professur für Gerontologie mit dem Schwerpunkt „Altern und Gesundheit“. Von 2020 bis 2023 war er Direktor des Instituts für Gerontologie (IfG) der Universität Vechta. Von 2022 bis 2025 war er Mitglied der Sachverständigenkommission zum Neunten Altersbericht der Bundesregierung.
