Mittwoch 03.06.2026
16:00 – 18:00 Uhr
Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm
Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wird zunehmend durch globale Krisen beeinträchtigt, dies wird derzeit unter dem Begriff der „weltweiten Youth Mental Health Crisis“ diskutiert. In diesem Vortrag werden verschiedenen Ursachen aufgezeigt: neben gesellschaftliche Krisen werden dabei insbesondere die Digitalisierung und sozialen Medien thematisiert. Aber auch andere belastende Kindheitserfahrungen sowie neue Formen von Gewalt an Kindern und Jugendlichen.
Der Vortrag beleuchtet aber nicht nur die vielfältigen Ursachen, sondern will auch Lösungswege aufzeigen und eine Auswahl an präventiven Maßnahmen vorstellen. Genannt werden hier u.a. die Bedeutung von Mental Health Literacy, die Schulung von Fachkräften, sowie Online-Angebote und wie Hilfesuchverhalten gefördert werden kann. Ziel dieser Maßnahmen ist es ein gesunden Aufwachsens über universelle bis zur indizierten Prävention zu fördern.
Prof. Dr. Jörg M. Fegert ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm, Past-Präsident und Kongresspräsident (Ulm 2017) der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) und Präsident (2023-2027) der europäischen
Fachgesellschaft European Society for Child and Adolescent Psychiatry (ESCAP). Er war von 2017- 2022 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem er weiterhin als Mitglied angehört ebenso wie dem Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Er ist darüber hinaus Sprecher des Zentrums für Traumaforschung, Mitglied im Deutschen Komitee für UNICEF e.V. und Mitglied in der Kommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, die von der Bundesregierung berufen wurde. Zudem ist er Leiter des Kompetenzzentrums Kinderschutz in der Medizin in Baden-Württemberg, des Kompetenzbereichs Prävention Psychische Gesundheit im Kompetenznetzwerk Präventivmedizin Baden-Württemberg und des Kompetenzzentrums Public Child Mental Health amStandort Ulm.
Prof. Dr. Fegerts Arbeitsschwerpunkte liegen u.a. in den Themenbereichen Vernachlässigung, Misshandlung, sexueller Missbrauch und andere frühe Kindheitsbelastungen und Frühe Hilfen, Verhältnis Jugendhilfe/Jugendpsychiatrie und in anderen sozialrechtlichen sowie forensischen Fragen sowie im Bereich (digitaler) Kinderschutz, Traumaforschung und Public Child Mental Health. Seine Klinik verfügt über einen Schwerpunkt E-Learning und Dissemination.
Links und weiterführende Materialien
Sitarski, E., Fegert, J. Umgang mit multiplen Krisen in der Adoleszenz. Pädiatrie 37 (Suppl 1), 25–29 (2025). https://link.springer.com/article/10.1007/s15014-025-5710-7
Hohe Corona-Folgekosten durch Belastung von Kindern und Jugendlichen: Expertise warnt vor gesamtgesellschaftlichen Kosten psychischer Erkrankungen (News Universität Ulm vom 06.07.2023) https://www.uni-ulm.de/med/fakultaet/med-detailseiten/news-detail/article/hohe-corona-folgekosten-durch-belastung-von-kindern-und-jugendlichen-expertise-warnt-vor-gesamtgesellschaftlichen-kosten-psychischer-erkrankungen/
JIM-Studie 2025 – Jugend, Information, Medien vom mpfs https://mpfs.de/studie/jim-studie-2025/
Spezielles Panel zur Kindersicherheit online https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/panel-child-safety-online
DAK-Suchtstudie: Millionen Kinder haben Probleme durch Medienkonsum von 2025 https://www.dak.de/presse/bundesthemen/kinder-jugendgesundheit/dak-suchtstudie-millionen-kinder-haben-probleme-durch-medienkonsum-_91832
Unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“. Bestandsaufnahme (April 2026)
Nutzung digitaler Medien und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Stellungnahme der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft und Verbänden der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. DGKJP Stellungnahme: Altersbezogener Zugang im digitalen Raum (Februar 2026) https://www.dgkjp.de/wp-content/uploads/2026_02_19-STN-und-Wiss.-Ausarbeitung-Nutzung-digitaler-Medien-und-psychische-Gesundheit-von-Kindern-und-Jugendlichen.pdf
25 JAHRE GEWALTFREIE ERZIEHUNG IM BGB https://www.uniklinik-ulm.de/fileadmin/default/Presse/News/News_2025/25_Jahre_gewaltfreie_Erziehung_04.12.2025.pdf
Infoportal zur Unterstützung der psychischen Gesundheit für Kinder und Jugendliche – Psychoedukation und Selbsthilfe https://www.ich-bin-alles.de/
STARK – Streit und Trennung meistern: Alltagshilfen, Rat und Konfliktlösung https://www.stark-familie.info/
Online-Journal. Dazugehören. https://dazugehoeren.info/
Online-Kurs: „Frühe Kindheitsbelastungen: Vorbeugen, Erkennen & Behandeln“ https://fruehe-kindheitsbelastungen.elearning-dzpg.de/
Stiftung „Achtung!Kinderseele“: Wir fördern die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen https://www.achtung-kinderseele.org/
Mental Health Alliance initiiert und unterstützt von Krisenchat, der Bertelsmann Stiftung, der Beisheim Stiftung, ProjectTogether, der alv Foundation und der Robert Bosch Stiftung https://mental-health-alliance.org/
Zur Aufzeichnung des Online-Vortrags bei Youtube kommen Sie hier: https://youtu.be/3xKWFiMI3_s
